Schmugglerweg Gargellen

Wir hatten lange hin- und herüberlegt, ob der Schmugglerweg wohl eine Besuch wert wäre. Da er auf der lokalen Touristen-Infokarte und im Web überall angepriesen wurde, dachten wir, dass er ähnlich überlaufen sein würde, wie der Golmer Seenweg, den wir tags zuvor besucht hatten.

Zum Glück ließen wir uns davon dann letztendlich doch nicht abhalten, denn der Schmugglerweg ist eine absolute Traumwanderung.

Der ausgeschriebene Weg beginnt am Schafberg Hüsli, der Bergstation der Bergbahn Gargellen. Wir fuhren also zur Bergbahn und hatten am Parkplatz einen kleinen Glücksmoment, als wir ein Tagesticket am Parkautomaten vorfanden, das jemand wohl nicht mehr gebraucht hatte und dort für spätere Besucher abgelegt hatte. Danke!

Die Fahrt mit der Seilbahn war in der gestern zu stolzem Preis erworbenen Montafon-Brandnertal-Card zum Glück enthalten, so dass wir uns einfach nur in die Gondel setzen mussten und uns gemütlich zur Bergstation schaukeln ließen.

Dort angekommen, legten wir ein paar Meter auf einem breiten Schotterweg zurück, bis wir zu einer Gabelung kamen, an der unser Weg angeschrieben war. Dachten wir zunächst. Aber Achtung: an den Gargellner Köpfen gibt es auch einen Klettersteig, der als Schmugglersteig ausgeschrieben ist. Das ist nicht der Weg, den wir nehmen wollten. Da wir uns den Trail vorher in Komoot importiert hatten, konnten wir direkt nachschauen und folgten so dem richtigen Weg - in Richtung des Antönier Jochs.

Am Joch quert man hier das erste Mal über die Grenze in die Schweiz. Dort gibt es auch eine winzige, dunkle Hütte aus Bruchsteinen, die sich bei schlechtem Wetter als Unterstand eignet.

Danach beginnt der eigentlich schönste und spannendste Teil des Weges. Am Grat entlang geht es erst einmal ein Stück steil hinauf und immer wieder auch etwas kraxelig über versicherte Stellen. Rundherum öffnen sich wirklich wunderschöne Ausblicke, insbesondere in Richtung des Madrisahorns und Rätschenhorns.  Wir waren fasziniert von den verschiedenen Farben der Gesteine. Die meisten Berghänge eher bräunlich, manche so hellgrau, dass sie aus der Ferne fast wie Schnee aussahen, und dennoch gingen sie alle irgendwie ineinander über.

Auch der Weg gefiel uns sehr gut. Wir waren aber etwas verwundert, dass der Weg insbesondere auch als Familienwanderweg vorgestellt wurde – denn auch wenn der Pfad an sich nicht brenzlig ist, sollte die Familie dann einigermaßen trittsicher und im Idealfall schwindelfrei sein.

Nach dem Überschreiten einer Kuppe ging es dann erst einmal recht sanft bergab durch grüne und blühende Grasmatten, bis dann der Gafiersee in einem kleinen Kessel grünblau glitzernd vor uns sichtbar wurde. Dort gönnten wir uns eine kleine Pause. Wir waren tatsächlich bis dahin nur zwei anderen Wanderern begegnet, und auch den See hatten wir ganz für uns alleine. Eine wunderbare Stille inmitten der idyllischen Natur.

Weiter ging es dann über ein Stück Blockwerk zum Gafierjoch. Von dort wieder ein Stück am Grat entlang mit Blick auf die steil aufragenden Felswände der Gargellner Madrisa und dem Oswaldkopf. Bevor es dort hinauf ging, stiegen wir dann aber schon wieder zu unserer linken ab in Richtung des Schafbergsees. Hier schwang langsam das Wetter um und es fing an zu tröpfeln. Wir kramten also unsere Regenjacken heraus und ließen einen kurzen Schauer über uns ergehen.

Zurück zum Schafberghüsli

Dann klarte es aber schnell auch wieder auf, so dass vom Unwetter schon nicht mehr viel zu sehen war, als wir das Schafberghüsli und damit die Bergbahn wieder erreichten. Die hatte allerdings wegen des Wetters kurz den Betrieb eingestellt und wir mussten eine Weile warten, bis alles wieder seine geregelte Bahn ging und wir die Abfahrt ins Tal antreten konnten.

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