Traumschleife Baybachklamm

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Schon länger hatten wir im Kopf, irgendwann die Traumschleifen Saar-Hunsrück zu erkunden, da sie uns schon mehrfach empfohlen wurden. Bisher hatten wir aber nur einen einzigen Trip in die Region geschafft, und zwar zur Ehrbachklamm. Das liegt hauptsächlich daran, dass es zwar nicht allzu weit ist, aber eben doch weit genug weg, dass wir nicht mal eben schnell hinfahren. Wir sind einfach eher Planer und nicht so spontan. Also haben wir es eingeplant, dieses Wochenende sollte es zur Baybachklamm gehen.

Kaum fuhren wir los, mussten wir allerdings feststellen, dass das Wetter bei unseren Plänen nicht ganz genau so mitspielen wollte, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es war ziemlich dunkel, grau und diesig draußen - und vorallem wesentlich kälter als die letzten paar Tage. War uns aber erstmal egal, wir fuhren also weiter.

Nach knapp 1 1/2 Std Anreise - das meiste davon auf der Autobahn, die letzen paar Kilometer aber durch eine ganze Reihe wirklich schnuckeliger kleiner Dörfer - kamen wir am Parkplatz an. Und der war praktisch randvoll!

Damit hatten wir wegen des nicht ganz so dollen Wetters eigentlich nicht gerechnet. Wir quetschten unser Auto in eine Lücke und machten uns Abmarschbereit. Die entscheidung für kurze Hosen und T-Shirts schien anhand der aktuellen Temperatur nicht mehr ganz so schlau, auf der anderen Seite ist uns beim wandern wirklich selten kalt. Auf geht's also!

Vor dem Eingang zur Klamm steht ein Infoschild mit einem Überblick über den Weg und ein paar grundlegenden Infos zur Region drumherum. Dann geht es durch einen hölzernen Torbogen mit der Aufschrift "Traumschleife Baybachklamm" los mit der Wanderung. Gleich zu Beginn spaltet sich der Weg. Da es ein Rundweg ist kann er in zwei Richtungen begangen werden, wir entschieden uns für den als "Vorgeschlagene Laufrichtung" markierten linken Weg.

Sogleich führt der Pfad bergab. Es ist felsig und relativ steil. Ein Weg über Wurzeln und Felsen, vorbei an Felsformationen und schönen Ausblicken - ganz nach unserem Geschmack, hier ist es fast wie in den Bergen. Die Natur wirkt fast schon wild und unberührt, und die Strecke ist auf keinen Fall vergleichbar mit den vielen Forstautobahnen in Deutschland: dieser Weg ist offensichtlich für Wanderer angelegt.

 

Kaum erreichen wir den Talboden, geht es über einen kleinen Bach und auf der anderen Seite wartet schon der erste Anstieg. Durch den Stockschlagwald geht es hinauf zum Steffenshof, einem winzigen Dorf, das eigentlich nur ein großes Gehöft ist. Dahinter steigen wir wieder hinunter und kommen endlich im eigentlichen Baybachtal an.

Von hier an folgen wir dem Wasser. Flussaufwärts, vorbei an verschiedenen historischen Orten. Dort ein alter Stollen, der auf die Bergbaugeschichte der Region hinweist, hier ein alter Köhlerplatz - jeweils ausgezeichnet mit Infotafeln. Außerdem kommen wir an mehreren natürlichen Höhlen vorbei, die als Feldermaus-Schutzgebiete ausgewiesen sind.

Der Wasserlauf ist wunderschön und natürlich, unser Weg führt immer weiter daran entlang, mal etwas breiter zwischen den Bäumen, dann als schmaler Trampelpfad knapp oberhalb des Bachs. Zwischendurch geht's auch mal über mit Stahlseilen versicherte Felsen.

So bietet die Baybachklamm wahrscheinlich ein echtes kleines Abenteuer für Familien mit Kindern.

 

Unterwegs sehen wir verhältnismäßig viele Leute. Das war eigentlich nicht der Plan gewesen, da wir uns wegen der aktuellen Situation rund ums Corona Virus eigentlich von anderen Leuten fernhalten wollten. Zum Glück gehen die meisten davon in unsere Richtung, so dass wir jeweils eine passende Stelle zum überholen bzw. überholt werden abpassen können - und so trotzdem den gebotenen Abstand einhalten können.

Etwa in der Hälfte der Wanderung liegt die Schmausemühle. Normalerweise sicher ein sehr schöner Ort zur Einkehr, liegt sie doch Idyllisch im Tal. Leider ist sie wegen Corona aktuell geschlossen.

Wir wandern also weiter am Fluss entlang und kommen kurz darauf an einem weiteren Haus vorbei, die Heyweiler Bauernmühle. Entgegen unserer Erwartungen ist sie bewohnt. Fast sind wir ein bisschen neidisch, wie schon muss es ein ein Haus an einem solchen Ort zu haben. Auf der anderen Seite kommen hier täglich viele Wanderer direkt durch den Vorgarten, ganz so ruhig und einsam ist es dann wohl doch nicht unbedingt.

Im Anschluss geht es noch ein kleines Stück am Bach entlang, vorbei an einem kleinen Wasserfall, bevor es dann wieder an den Aufstieg aus dem Tal geht. Nach dem kurzen steilen Anstieg erreichen wir den Aussichtspunkt "Barreterlay" - eines der Highlights des Trails. Von einer kleinen Felsnase bietet sich ein schöner Ausblick in den Hunsrück. Wir warten einen Moment bis die Gruppe vor uns sich gegenseitig fotografiert hat, bevor auch wir einen Blick ins Tal werfen.

Noch ein paar Meter müssen wir aufsteigen, dann sind wir wieder oben auf dem Hunsrück-Plateau. Der Rest der Wanderung führt dann flach auf dem Plateau entlang zurück zum Parkplatz. Kurz bevor wir den erreichen, gibt es noch einmal die Möglichkeit einen Block ins Tal zu erhaschen. Ein kleiner Pavillion steht dort direkt am Wegrand. Leider ist er bei unserem Besuch schon so voller Menschen, dass wir uns wegen der Social Distancing Regeln rund um Corona entscheiden, einfach vorbeizugehen.

Und schon liegen die 10km Rundweg hinter uns und wir sind wieder am Auto angekommen.

Unser Fazit

Die Baybachklamm ist wirklich einen Besuch wert. Wer etwas abenteuerlichere Pfade sucht, ist hier genau richtig. Zwischen Felsvorsprüngen mit tollen Fernblicken, grünem Wald, wildem Wasser und historischen Informationen ist hier für jeden etwas dabei. Die seilversicherten Stellen machen aus der Wanderung gerade für Kinder ein richtiges kleines Abenteuer.

In der Schlucht ist es auch bei heißem Wetter sicherlich schön kühl, und viel Bänke und Rastplätze laden auch zum Verweilen ein.

Wir kommen bestimmt mal wieder her.