Der Pouakai Circuit - Wandern am Taranaki

Mt. Taranaki war einer der Punkte auf unserer Liste, die wir wirklich unbedingt sehen wollten. Und das waren nicht sehr viele, da wir uns außer auf die Wanderung am Te Araroa kaum vorbereitet hatten. Bilder des fast perfekt symmetrischen Vulkankegels waren uns schon oft auf Instagram usw. begegenet und hatten unser Interesse geweckt. Deshalb machten wir es gleich zu unserem ersten Halt auf der Nordinsel. Natürlich wollten wir nicht nur hin und einmal kurz draufschauen, sondern die Region auch erleben. Also schauten wir uns nach Wandermöglichkeiten um und stießen auf den Pouakai Circuit. Obowhl wir das dazugehörige Crossing und vielleicht sogar den gesamten Circuit, auch an einem Tag hätten wandern können, gönnten wir uns eine Übernachtung. So hatten wir die Möglichkeit, morgens früh hoch zu den Pouakai Tarns zu laufen, und mit etwas Glück ein schönes Spiegelbild des Bergs im Morgengrauen dort im Wasser zu erhaschen.

Die Nacht bevor unserer Wanderung verbrachten wir in New Plymouth in einem Air BnB und fuhren dann am nächsten Morgen zum North Egmont Visitor Center. Es ware ein gutes Gefühl, die Rucksäcke wieder zu packen, so wie wir es soo viele Male zuvor getan hatten. Nur waren sie diesmal bedeutend leichter, da wir auf das Zelt verzichteten. Vorher klärten wir am Visitor Center aber noch unsere Chancen ab, auf der Hütte ein Bett zu erwischen. Dort wurde uns gesagt, dass wir bei keine Schwierigkeiten haben sollten, wenn wir wirklich so früh aufbrachen. Also ließen wir das Zelt wirklich im Auto, und wanderten los.

Der Anfang der Wanderung beginnt in dichtem Wald auf einem kleinen Trampelpfad. Je länger wir dort entlangwanderten, desto ausgewaschener und schlechter begehbar wurde auch der Trail. Kurz bevor wir an den ersten richtigen Anstieg Richtung Henry Peak kamen, verwandelte der Trampelpfad sich dann zunehmend in Stücke von hölzernen Steigen und Treppen.

Wir gönnten uns eine kurze Pause und einen Müsliriegel an einem kleinen Unterstand, und machten uns dann an den steileren Teil des Trails.

Kaum hatten wir angefangen, bergauf zu gehen, hörten die hölzernen Treppen auch gar nicht mehr auf. Darunter konnten wir den stark erodierten ehemaligen Trampelpfad sehen und spätestens jetzt war klar, dass die Holzstrukturen nicht eigentlich zur besser Erschließung des Terrains, sonder vielmehr zum Schutz der empfindlichen Natur hier aufgestellt worden waren. Leider waren die Holztreppen nicht wirklich unser Fall. Die immergleichen Abstände und Bewegungsabläufe durch die gleichmäßigen Treppenstufen waren für unsere Beine viel ermüdender als so mancher schlecht gangbare Pfad es gewesen war. Schnell hatten wir das Gefühl, dass unsere Beine schlapp wurden, und der Aufstieg wurde zunehmen anstrengender. Trotzdem waren wir etwas schneller unterwegs als auf unebeneren Wegen, weil man eben nicht bei jedem Schritt so sehr auf seine Füße achten musste - wahrscheinlich trug auch das zum schnelleren Ermüden bei.

Während wir die hölzernen Treppen erklommen, veränderte sich um uns herum die Vegetation. Vom dichten Wald waren wir schon bald in Hüft- bis Schulterhohem Dickicht unterwegs. Gleichzeitig nahm der Wind stark zu, und brachte uns immer wieder aus der Balance.

Oben am Henry Peak angekommen, fanden wir eine hölzerne Plattform, die normalerweise wahrscheinlich einen wunderschönen Ausblick auf Mt Taranaki erlaubt. Nicht aber heute, denn wir sahen hauptsächlich Wolken und Nebelfetzen, die vom Wind getrieben and uns vorbeihuschten. Alle paar Minuten konnte man durch die Nebelwand auch einmal einen Blick auf den Vulkan erhaschen, nie aber den gesamten Berg in seiner symmetrischen Form.

Nach einer kurzen, sehr zugigen Mittagspause machten wir uns auf der anderen Seite auf dem nächsten Holzsteg auf den Abstieg. Und auf einmal hatte ich meinen ersten richtigen Sturz in der gesamten Zeit unserer Wanderung. Beim monotonen herabtrotten auf den hölzernen Stufen passte ich einmal nicht auf, trat in eine unebene Stelle und zack, purzelte ich ein paar Stufen hinunter. Beim Versuch mich abzustützen landete ich mit Wucht auf meinem Arm. Nachdem ich mich wieder aufgerappelt hatte, was mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken oft gar nicht so einfach ist, befüchtete ich einen Moment, den Arm auch gebrochen zu haben. Die Schmerzen und das extreme Taubheitsgefühl ließen aber zum Glück dann doch bald wieder nach und ich kam mit einigen blauen Flecken und einem großen Schreck davon. Danach gab ich mir ganz besonders viel Mühe, dem scheinbar ja ach so einfachen Pfad mit Aufmerksamkeit zu folgen.

Die Pouakai Tarns

Es war immernoch extrem windig als wir bei den Pouakai Tarns ankamen - und vorallem auch neblig, so dass von Mt. Taranaki nicht zu sehen war. Wir waren ein klein wenig enttäuscht, schließlich hatten wir uns auf diese Stelle ganz besonders gefreut. Von den kleinen Teichen war es allerings nur ein etwas 10-15-minütiger Fußmarsch bis zur Hütte, so dass wir einfach weitergingen und hofften, am nächsten Morgen nocheinmal zurückzukommen und etwas mehr Glück mit dem Wetter zu haben.

Pouakai Hut

So kam es, dass wir schon um kurz nach 12:00 Mittags auf der Hütte ankamen. Viel zu früh. Jetzt mussten wir uns einen halben Tag hier oben beschäftigen. Und natürlich hatten wir, wie immer mit leichtem Gepäck, nicht wirklich etwas zur Beschäftigung mitgebracht. Also machten wir uns nützliche und putzten die Hütte - das ist schließlich von allen Gästen immer gerne gesehen. Außerdem kommt das Putzen nach unseren Erfahrungen gerade auf den leicht erreichbaren Hütten mit vielen Durchreisenden oft zu kurz. Denn je mehr Leute da sind, desto weniger fühlt sich der einzelne verantwortlich am Ende sauber zu machen - auch wenn die Hüttenregeln eigentlich genau Das verlangen. Nach dem Fegen reinigten wir also auch noch die Tische und die mit Metall eingekleideten Arbeitsflächen.

Später am Tag trafen dann auch die Hut Wardens und einige andere Wanderer ein. Trotzdem blieb die Hütte einigermaßen voll, auch wenn uns eigentlich ein volles Haus prophezeit worden war. Das war sehr angenehm, denn so hatten wir dann doch jeder viel Platz für sich selbst und seine Sachen.

Tag 2 - Eine zweite Chance bei den Pouakai Tarns

Als am nächsten Morgen langsam die Sonne aufging war es draußen immernoch nass, windig und neblig. Also schlichen wir uns nicht beim Sonnenaufgang aus der Hütte, um zu den Tarns zu laufen. Stattdessen brachen wir erst nach einem kurzen Frühstück auf. Als wir dann aber auf die kleine Anhöhe kamen, von der aus wir am Vortag zur Hütte hinunter gestiegen waren, kamen wir auch aus der Wolkendecke heraus. Vor uns lag der Mount Taranaki. Diesmal ganz ohne Wolken. Zufrieden liefen wir zu den Pouakai Tarns und bekamen doch noch unser perfektes Vulkan-spiegelt-sich-im-Wasser-Bild.

Wir wanderten weiter, zuerst in Richtung des Pouakai Summit, dann bogen wir ab zum Ahukawakawa Track, der uns durch den Ahukawakawa Sumpf zur nächsten Hütte führen sollte. Unsere Erwartungen an das Sumpfgebiet wurden leider nicht ganz erfüllt. Auch wenn das Gebiet landschaftlich schön war, und wir endlich mal wieder in nassen Schuhen wandern durften, war es nnicht ganz was wir gedacht hatten. Im Sumpfgebiet wachsen wohl viele verschiedene, seltene Pflanzen. Leider waren die meisten davon bei unserem Besuch nicht am Blühen, und für uns waren die seltenen von den normalen natürlich nicht zu unterscheiden - schließlich sind wir ja keine Botaniker. Die buntesten Pflanzen die wir sahen, waren Harakeke (New Zealand Flax) mit seinen roten Blüten.

Über einen weiteren hölzernen Pfad kamen wir dann bei der Holly Hut vorbei. Von dort aus wandelte der Trail sich wieder zu einem "normalen" Wanderweg ohne Befestigung und Holzplanken. Weil leider wegen eines Erdrutschs ein Teil des eigentlichen Wegs gesperrt war, gingen wir die Umleitung und verpassten so den Boomerang Slip und die Dieffenback-Klippen. Stattdessen folgten wir dm Kokowai Track zurück zum Parklpatz, an dem wir am Tag zu vor unser Auto stehen gelassen hatten.

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