Langes Wochenende in den Lechtaler Alpen

Auch dieses Jahr gab es wieder eine ZOD Bergtour mit Kollegen, wie letztes Jahr aur die Alpspitze. Diesmal führte unsere Tour uns allerdings drei Tage in die Lechtaler Alpen. Die Anreise starteten wir früh am Morgen mit der Bahn, und kamen gegen Mittag in Imst-Pitztal an. Dort stiegen wir in den Bus um und fuhren ca. 40 Minuten bis ins kleine Örtchen “Boden”, von wo wir unseren Aufstieg zur Hanauer Hütte starten wollten.

Aufstieg zur Hanauer Hütte

Der Himmel war wolkenbedeckt, und entsprechend auch nicht allzu warm, war uns zum Aufstieg gelegen kam. Das erste Wegstück führte entlang eines Forstweg, später dann etwas steiler über einen schmaleren Pfad. Relativ bald war dann auch schon die Hanauer Hütte zu sehen – hoch über uns. 

Um dorthin zu gelangen, hatten wir zwei Optionen. Einen normalen Fußweg, oder aber den Hanauer Klettersteig. Dieser gliedert sich in mehrere Abschnitte in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bis hin zu D. Die Erfahrung mit Klettersteigen reichte in unserer Gruppe von routinierten Klettersteiggehern bis zu Leute, die erst ein oder zweimal einen solchen Steig gegangen waren. Entsprechend fiel uns die Entscheidung nicht ganz leicht, letztlich starteten wir dann in den schweren Abschnitt und hielten uns die Option offen, über den Notausstieg bei der Seilbrücke dann auf einen leichteren Teil zu wechseln.

Der Steig begann direkt knackig mit einer Querung. Da hier keine Trittstifte gesetzt sind, muss man entsprechend vorsichtig selbst Tritte suchen oder auf Reibung stehen, was insbesondere für Anfänger nicht immer so einfach ist. Die D-Stelle stellte sich insbesondere für kleinere Menschen auch etwas ungüngstig zum Klippen heraus, war aber ansonsten einigermaßen machbar. Trotzdem entschieden wir uns an der Seilbrücke, mit den weniger Erfahrenen auf den leichteren Notausstieg-Teil zu wechseln.

Dieses Stück war nocheinmal ein wenig anders, deutlich weniger Steil und sehr viel einfacheren Tritten und Griffen. Als kleines Highlight war nicht weit vom Ausstieg eine Bank und ein Gipfelbuch in der Wand aufgestellt. Dort machten wir eine kurze Pause und genossen die Aussicht, bevor wir die letzten Meter zur Hütte zurücklegten.

Über Guflseejoch und Guflgrasjoch zur Steinseehütte

Für unsere Wanderung zur Steinseehütte wählten wir einen Weg über das Guflseejoch und das Guflgrasjoch mit einer Länge von etwa 10 km. So hatten wir vor dem Aufbruch genügend Zeit, um in Ruhe zu frühstücken. Wir starteten gegen 09:00 Uhr, als es draußen noch recht kühl war. Das war ideal für den ersten steilen Aufstieg, der uns am „Unteren Parzinnsee” vorbei und von dort weiter hinauf zum Guflseejoch führte.

Auf halber Höhe sahen wir plötzlich zuerst einen Steinbock, dann eine ganze Herde. Wir hielten einen Moment inne, beobachteten sie beim grasen und in der Sonne liegen, bevor wir den Rest des ersten Aufstiegs in Angriff nahmen. Vom Guflseejoch aus hatten wir einen wirklich wunderschönen Blick hinunter auf den Guflsee. Der petrolblaue See liegt malerisch im Tal, umgeben von Wiesen mit blühenden Wildblumen. Wir machten eine kurze Pause und überlegten, ob wir den Gipfel der Kogelseespitze auf unsere To-Do-Liste für diesen Tag setzen sollten, entschieden uns aber dagegen. Wir wollten lieber früh zur Hütte kommen und die Gelegenheit nutzen, im Steinsee in der Nähe der Hütte schwimmen zu gehen.

Als wir am See vorbeigegangen waren, hatten wir unsere nächste tierische Begegnung. Wir hörten zuerst das hohe Pfeifen eines Murmeltiers und sahen es dann vor uns über das Feld sprinten. Der Weg führt uns derweil hinunter in ein Tal, dann um einen Berghang herum, bevor er wieder zum Guflgrasjoch hinaufführt. Der erste Teil verläuft durch Grasmatten, dann über Geröllfelder, bis er den Sattel erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war es schon ziemlich warm geworden und die Sonne brannte, so dass wir froh waren, als wir auf der anderen Seite wieder den Abstieg beginnen konnten. Auf dem Weg nach unten wurden wir allerdings trotzdem ziemlich gekocht, besonders als wir uns der Hütte näherten und der Weg uns zwischen dichten Laschenkiefern hindurchführte.

Als wir an der Hütte ankamen, tranken wir zuerst ein kühles Getränk und ruhten uns ein wenig im Schatten aus, bevor wir eine weitere kurze Wanderung unternahmen, hoch zum Steinsee. Dort badeten wir im schönen, kalten und klaren Wasser des Bergsees.

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