
Forststeig Elbsandstein - Tag 1 - Schöna zur Grenzbaude
Der Forststeig beginnt offiziell am Bahnhof Schöna. Wir kamen dort gegen 08:20 Uhr mit dem Zug aus Dresden an, wo wir die Nacht verbracht hatten. Schon im Zug hatten wir einige Leute mit ziemlich großen Rucksäcken gesehen, und sobald wir aus dem Zug stiegen, wurden auch wir gefragt ob wir den Forststeig wandern würden. Wir stellten uns kurz vor, bejahten natürlich und machten uns dann gemeinsam mit unserem neuen Bekannten auf den Weg.
Nach einem ersten Abschnitt auf einem Kopfsteinpflasterweg führt der Weg bald in den Wald und auf kleinere Pfade. Und schon bald hatten wir auch die ersten Verwirrungen darüber, wohin der Weg eigentlich führte. In der Nähe eines Teiches führten die Wegmarkierungen nach rechts und dann direkt ins Gebüsch. Das wich etwas von der GPX-Datei ab, die wir heruntergeladen hatten. Da wir aber natürlich ein echtes Forststeig-Erlebnis wollten, beschlossen wir, den gelben Markierungen an den Bäumen zu folgen und kraxelten freudig durchs Unterholz. Kurz darauf führten uns die Markierungen dann aber auch schon in einem großen Halbkreis zurück auf den Weg, und wir waren wieder auf Kurs.
Nur wenige Kilometer nach der ersten Umleitung stießen wir auf eine Sperrung aufgrund von Holzfällarbeiten. Das war schade, denn von diesem Abschnitt aus hätten wir vielleicht einen Blick auf die Elbe von oben gehabt. Stattdessen folgten wir nun einem schlammigen Waldweg. Es war nicht ganz klar, wo wir wieder auf den ursprünglichen Weg stoßen würden, und die Beschilderung für die Umleitung war eher spärlich. Hier waren wir dann doch auch wieder froh, unsere digitalen und gedruckten Karten dabei zu haben. Immerhin konnten wir so sichergehen, dass wir wieder auf den richtigen Weg kamen. Zumal wir auch ein bisschen darauf angewiesen waren, denn wir hatten uns einige Wasserquellen markiert und daher nicht genug Wasser für den ganzen Tag mitgenommen . Am Ende passte aber alles – wir kamen kurz vor der Quelle, die wir besuchen wollten, wieder auf den Weg zurück.
Nach unserem kurzen Stopp, um die Wasserflaschen aufzufüllen, setzten wir unseren Weg in Richtung Großer Zschirnstein fort. Der erste der Tafelberge, für die die Sächsische Schweiz berühmt ist. Je höher wir kamen, desto mehr Felsbrocken ragten aus dem Boden empor, der Sandstein zu spannenden Formationen geformt.
Als wir den Gipfel erreichten, trafen wir dort ein Paar, das gerade seine Mittagspause machte. Wir unterhielten uns ein paar Minuten lang und beschlossen dann, gemeinsam zu Mittag zu essen und unser Gespräch über verschiedene Wanderverpflegung, Ausrüstung und das Gewicht der einzelnen Rucksäcke fortzusetzen. Diese Begegnung und insbesondere die Tatsache, dass es nur weniger Worte gebraucht hatte, um auf diesen nerdigen Wanderthemen zu kommen, erinnerte uns sehr an unsere Zeit auf dem Te Araroa. Dort drehten sich fast alle Gespräche in den Berghütten früher oder später um Essen und Ausrüstung.
Nachdem alle etwas gegessen hatten, setzten wir unseren Weg fort. Toby, unser neuer Bekannter, schloss sich uns auch wieder an, da wir ein ähnliches Wandertempo hatten und er scheinbar unsere Gesellschaft genoss.
Der „Gipfel“ des Großen Zschirnsteins ist groß und flach und mit einer Steinsäule geschmückt, die früher zur Landvermessung diente. Ansonsten war der Gipfel an sich nur wenig beeindrucken, die Aussicht konnte sich aber sehen lassen. Da wir gerade erste gerastet hatten, hielten wir uns nicht allzu lange auf. Auf dem Weg hinunter auf der anderen Seite des Tafelbergs kamen wir an vielen Blaubeersträuchern vorbei, die allerdings nur sehr wenige Blaubeeren trugen. Später im Jahr könnte das aber eine schöne Zwischenmahlzeit sein.
Kurz nach dem Abstieg vom Großen Zschirnstein erreichten wir den ersten offiziellen Biwakplatz des Forststeigs. Hier ist das Zelten erlaubt, aber es gibt auch eine kleine Hütte mit Etagenbetten, in der Wanderer übernachten können. Die Hütte wurde von Studenten der Universität Dresden entworfen und gebaut. Sie hat uns sehr gut gefallen und wir waren ein bisschen traurig, dass wir nicht dort übernachteten. Leider passte es uns aber nicht in den Plan, denn wir hatten unsere Etappen so geplant, dass die ersten beiden Tage nicht zu lang werden. Eine Übernachtung hier hätte uns aber einen sehr langen zweiten Wandertag beschert. Also wanderten wir weiter in Richtung Grenzbaude, ingesamt etwa 18 km vom Bahnhof in Schöna entfernt.
Der folgende Abschnitt des Weges folgt größtenteils der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. Die Gegend ist üppig grün, überall wachsen Farne und der Boden ist wunderbar weich und federnd, was das Wandern sehr angenehm macht. Manchmal folgt er ein Stück weit kleinen Bächen, bis diese sich in den Büschen verlieren. Nur wenige Kilometer vor der Kreuzung zur Grenzbaude gab es dann auch noch eine weitere Quelle, aus der man jedoch nur schwer Wasserflaschen füllen konnte, da der kleine Bach sehr flach war.


























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