Tour de Odenwald - Day 2

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Während wir den ersten Tag weitestgehend ohne Zwischenstopps geplant hatte, gab es an Tag 2 ein paar "Sehenswürdigkeiten" des Odenwalds, um die wir unsere Route geplant hatten.

Zuersteinmal war das Erbach, die Nachbarstadt von Michelstadt. Eigentlich sind die Städte in den letzten Jahren so weit zusammengewachsen, dass sie wie eine einzige wirken, tatsächlich sind es aber bis heute zwei separate Städte mit eigenständiger Verwaltung. Eigentlich wollten wir dort hauptsächlich anhalten, um uns mit leckerem Frühstück und einem Snack für den Lauf des Tages zu versorgen, und einen Blick auf das Erbacher Schloss zu werfen, bei dem wir bis dato noch nie vorbeigeschaut hatten. Dann gefiel uns aber der Marktplatz mit seiner Lage zwischen Mümling, Altstadthäusern und dem imposanten Schloss doch so gut, dass wir uns mit unseren frischen Backwaren eine ganze Weile dort hinsetzten und den Ausblick genossen.

The Himbächel Viadukt

Nach dem Frühstück machten wir uns dann endlich wieder auf den Weg. Aus den größeren Städten Michelstadt und Erbach heraus ging es für uns auf diesem Abschnitt der Tour hauptsächlich durch Natur und kleine Dörfchen, manche von ihnen kaum mehr als ein paar Gehöfte am Wegrand.

Die nächste "Sehenswürdigkeit" auf unserer Route war das Himbächel Viadukt, ein 250m langes Viadukt auf der Strecke der Odenwaldbahn, das auch heute noch genutzt wird. Gebaut wurde die Eisenbahnbrücke in den 1880ern um den Odenwald besser als Verbindung von Darmstadt zum Neckartal nutzen zu können. Das Bauwerk aus regionalem Buntsandstein verlangte damals höchste Ingenieurskunst und ist noch heute ein kleines Schmuckstück.

Der Marbach-Stausee

Gleich hinter dem Himbächel Viadukt zweigte unsere eigentliche Route auf einen kleinen Umweg ab. Und diesen Umweg hatten wir gehörig unterschätzt. Auf einem schotterigen Waldweg ging es zuerst steil einen Buckel hinauf, und dann auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinunter um zum Marbach-Stausee zu gelangen. Und zurück mussten wir ja hinterher auch wieder!

Der Marbach-Stausee selbst lag an diesem morgen fast völlig still vor uns. Ursprünglich gebaut als eine Art Hochwasser-Rückhaltebecken wird der See heute für verschiedene Zwecke genutzt. Teile des Sees sind für die Freizeitnutzung freigegeben, dazu gehören Schwimmer-Bereiche ebenso wie ein Abschnitt für Bootfahrt und Segeln. Außerdem gibt es ein Vogelschutzgebiet, das natürlich nicht betreten oder befahren werden darf.

Unser Ausflug wurde leider von Absperrbändern und Bauzäunen getrübt, denn der See war wegen Corona gesperrt um Menschenansammlungen zu vermeiden. Ansonsten wäre er sicher gut für eine kleine Abkühlung gewesen.

Wir kehrten über den Waldweg zurück zu unserer eigentlichen Route und machten uns wieder auf den Weg. Die Straße führte nun meist mit leichter Steigung bergauf und wir machten über die Strecke einiges an Höhenmetern gut. Unsere armen, etwas untrainierten Körper ließen uns das deutlich spüren. Kurz vor Beerfelden konnten wir dann die Stadt schon oben auf der Hügelkuppe sehen und vor uns lag das letzte steile Steigungsstück dieses Streckenabschnitts.

Wir hatten die Route quer durch Beerfelden geplant, was sich im Nachhinein als unglücklich erwies. Steil durch den Ort führte die Straße und ich strampelte im niedrigsten Gang auf Höchstgeschwindigkeit - kam aber mit gefühlten 1km/h nur langsam vorwärts. Die hinter mir fahrenden Autos führten auch nicht gerade dazu, dass ich mich wohlfühlte. Letztendlich stieg ich dann vom Rad ab und schob das Rad am steilsten Stück auf dem Gehweg. Beim nächsten Mal werden wir die Route definitiv um die Stadt herum auf den Feldwegen planen, dann kann man wenigstens unbehelligt in Schrittgeschwindigkeit herumgurken.

Als wir dann aber ersteinmal durch Beerfelden geradelt waren wurden wir für unsere Mühen mit einer wundervollen Abfahrt belohnt. Über einige Kilometer führte die Straße jetzt erst mit leichter Neigung, dann immer steiler in Richtung Neckartal nach Hirschhorn. Und die Umgebung war wirklich atemberaubend. Kleine Dörfer, wie gemalt auf den sanft gerundeten Berghängen ließen den Odenwald fast wie die Alpen aussehen - abgesehen von den fehlenden grauen Felsspitzen nach oben raus. Dazwischen duftende Nadel- und bunte Mischwälder und viele saftig grüne Wiesen.