Tour de Odenwald - Tag 1

|

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge, das sich von Darmstadt bis nach Franken in Bayern erstreckt. Am südlichen Ende bildet der Neckar eine Art natürlichen Abschluss des Odenwalds, auch wenn eine kleine Region auf der südlichen Neckarseite als "kleiner Odenwald" meist geografisch noch dem Odenwald zugeordnet wird.

Die Landschaft wird von runden Hügelkuppen bestimmt, die oft bewaldet oder landwirtschaftlich genutzt sind. Dazwischen finden siche viele kleine Dörfer und Siedlungen. Ab und an bricht der für die region typische rote Sandstein durch die Oberfläche oder bildet Steilwände und gibt an diesen Stellen dem Odenwald ein etwas alpineres Aussehen.

 

Unsere Route

Wir gönnten uns ein Wochenende voller ländlicher Idylle und radelten einmal quer über den Odenwald. Etwa 100 Kilometer, aufgeteilt auf zwei Tage – so hatten wir so auch genügend Zeit, die schöne Natur richtig zu genießen. Der Fairness halber sollte gesagt sein, dass wir in der letzen Zeit nicht allzu viel Rad gefahren waren, insbesondere kaum Strecken über 20km - und wir hatten dann doch Respekt vor den Strecken- und Höhenmetern die vor uns (und vorallem unseren untrainierten Hinterteilen) lagen.

Um es uns selbst möglichst leicht zu machen, hatten wir unsere Route entsprechend geplant. Zuerst führte uns die Tour an der nördlichen Grenze des Odenwalds entlang in Richtung Höchst, von dort dann tiefer hinein nach Michelstadt in das Herz des Odenwalds. Nach einer Übernachtung dort wollten wir am nächsten Tag über Erbach und Beerfelden nach Hirschhorn fahren. Dort einmal über den Neckar und dann ein Stück am Fluss entlang um dann auf dieser Neckarseite wieder hoch zu strampeln - zu unserem finalen Ziel, meiner Heimat, dem "kleinen Odenwald". Der Bericht zu diesem zweiten Teil findet sich im nächsten Blogpost, "Tour de Odenwald - Tag 2".

Der Anfang der Tour aus Darmstadt verlief relativ unspektakulär. Landschaft schön wurde es als wir aus den urbaneren Bereichen heraus waren und zwischen Reinheim und Ober-Ramstadt die ersten Hügel erklommen.

Danach gab es ein wenig auf und ab, bis wir in der Ferne schon die Veste Otzberg erkennen konnten, die oben auf einem Hügel thront. Dort vorbei führte unser Weg und bescherte uns auch den ersten und einzigen größeren Anstieg des Tages. Von da aus ging es ersteinmal bergab, und wir erlebten unsere erstes kleines Abenteuer - Tims Gepäckträger hatte sich gelöst und eine Schraub fehlte. Mit etwas Improvisationskunst lösten wir dieses Problem und machten uns and die Abfahrt.

Bei Höchst trafen wir dann auf das Mümlingtal. Von dort führte unser Weg durch einige kleine Dörfer in der Talsohle Richtung Michelstadt. Dieser Teil der Tour war auch angenehm entspannt und ohne größere Anstrengung zu bewältigen.

Unterwegs stoppten wir immer wieder für kleinere Pausen, unter anderem auch am Ententeich in Asselbrunn. Dort begegneten wir einem Nutria - und dieses Exemplar war weit kontaktfreudiger als die, die wir zuletzt im Mönchbruch bei Mörfelden entdeckt hatten. Es kam aus dem Wasser, und lief schnurstracks auf Tim zu. Wahrscheinlich in der Hoffnung, einen Snack zu erbetteln. Wir hatten aber gar nichts dabei, also verschwand es nach ein paar Augenblicken wieder um anderswo nach Essen zu suchen.

Michelstadt

Die Nacht verbrachten wir in einer winzigen Wohnung in Michelstadt. Zusammen mit Erbach, der praktisch "angewachsenen" Nachbarstadt, ist hier sozusagen das Herz des Odenwalds.

Michelstadt selbst ist die größte Stadt im Odenwald und am bekanntesten für seinen wunderschönen Weihnachtsmarkt, den sommerlichen Bienenmarkt und das alte Rathaus, das auf mächtigen Eichenpfosten im Stadtzentum steht. Aber auch die restliche Altstadt ist wirklich wunderschön mit all seinen alten Fachwerkhäusern und der historischen Stadtmauer. Wegen der leider immernoch andauernden Corona-Pandemie war in der Stadt insgesamt wenig los - was uns natürlich gefiel. Zum Glück durften an unserem Ankunftstag auch das erste Mal seit Wochen die Restaurants wieder eröffnen - denn in unserer Vorfreude hatten wir völlig vergessen uns etwas richtiges zu Essen einzupacken. So hatten wir unsere Körper den ganzen Tag nur mit einem Müsliriegel und Süßigkeiten füttern können und dementsprechend jetzt richtig Hunger.

Wir fanden dann auch noch einen Platz im Biergarten eines Restaurants und gönnten uns ein richtiges Odenwälderisches Essen - ein Kochkässchnitzel.