Auf dem Glan – eine wildromantische Kanutour

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Nur etwa 30 Minuten von Bad Kreuznach entfernt schlängelt sich der Glan durchs Glantal und bietet sich zum Kanufahren an. Nachdem wir in den Infobroschüren davon gelesen hatte, war unser Interesse geweckt und wir wollten unbedingt mal wieder paddeln gehen. Weil es ja mittlerweile nicht mehr ganz so warm war und auch keine Ferienzeit war es zum Glück auch gar kein Problem, noch recht kurzfristig einen Kanadier zu mieten. Also machten wir uns auf den Weg nach Meisenheim, von wo aus die Tour beginnen sollte.

Der Glan

Der Glan ist ein ruhig fließender Wiesenfluss, der sich in Windungen durch Glantal schlängelt. Die Natur ist hier nach der Renaturierung größtenteils wieder intakt und der Fluss ist an den meisten Stellen von dichter Vegetation gesäumt, zum Teil fast schon urwaldartig. Nicht der ganze Fluss ist zur Zeit befahrbar, manche Streckenabschnitt sind derzeit wegen Baumsturzgefahr gesperrt. Unsere Tour sollte uns deshalb von Meisenheim nach Rehborn führen.

Wir trafen uns mit dem Kanuverleiher knapp hinter Meisenheim und bekamen dort ersteinmal ein paar Informationen zum Flüsschen Glan und der Route, die wir fahren würden. Außerdem eine Einweisung in die Handhabung des Kanus, da wir auf unserer Route nicht nur paddeln, sondern das Boot auch zweimal portieren mussten und mit dem Kanuwagen noch nicht vertraut waren. Auch die Tipps zum steuern des Bootes waren letztendlich hilfreich, da wir nun schon wieder eine halbe Ewigkeit nicht in einem Kanadier gesessen hatten. Unsere letzte Fahrt war tatsächlich unsere Kanutour auf dem Whanganui in Neuseeland gewesen.

Nach der Einweisung zogen wir also unser Boot ins Wasser und paddelten ersteinmal Flussaufwärts, wie es uns empfohlen worden war.

Der Glan hatte, zumindest bei unserer Tour, kaum Strömung, so dass es überhaupt gar kein Problem war, gegen den Strom zu paddeln. Allerdings lagen an einigen Stellen Bäume oder zumindest große Äste im Wasser, um die wir herumpaddeln mussten. Die Uferränder des Glan wurden vor einiger Zeit renaturiert und bietet seitdem Nistmöglichkeiten und Lebensräume für viele verschiedene Tiere, daher werden die Hindernisse nicht aus dem Weg geräumt. Wir hielten deshalb auch die Augen nach Eisvögeln auf – und sahen auch einen knapp über der Wasseroberfläche vorbeifliegen, allerdings verschwand er danach im dichten Gebüsch am Uferrand und wir schafften es leider nicht, ein gutes Bild zu machen.

Nach etwa einem Kilometer drehten wir um und ließen uns langsam flussabwärts treiben, während wir die Natur um uns genossen. Bald kamen wir schon wieder an unserer Einstiegstelle vorbei, und nur ein paar hundert Meter weiter flussabwärts wartete die erste Portage auf uns. Bei Meisenheim ist eine große Fischtreppe, die mit dem Kanu oder Kajak nicht passierbar ist. Also paddelten wir ans Ufer, stiegen aus und zogen das Boot aus dem Wasser. Kurz hinter der Landungsstelle ist eine Öffnung in der Mauer, über die wir unser Kanu hieven mussten bevor wir dann den Rest der Strecke zum Wiedereinstieg mit dem Kanuwagen bewältigen konnten. Das ganze Stellte sich als wesentlich schwerer vor als wir vorher in unserem Optimismus angenommen hatten – so ein Kanadier hat ganz schön viel Gewicht und wir ächtzen ein wenig als wir es auf einem Holzgestell durch die Maueröffnung schoben. Danach hatten wir dann zum Glück den Kanuwagen, der das Hauptgewicht trug und erreichten bald den Kanueinstieg.

Wieder auf dem Fluss stießen wir bald auf mehrere kleine Sandbänke knapp unter der Wasseroberfläche, über die wir uns aber mithilfe des Paddel gut einfach drüberschieben konnten. Generell schien der Fluss hier noch etwas seichter zu sein als weiter Flussaufwärts, zumindest für eine ganze Weile.

Wir paddelten also langsam weiter. Eile hatten wir nicht, denn die Gesamtstrecke ist nicht besonders lang und wir wollten eigentlich noch gar nicht beim Landungssteg ankommen. Bevor wir den erreichten tauchte aber auf einmal auch das zweite Hinternis auf, um das wir unser Boot herumtragen mussten. Ein ganze Baum, einmal quer über den Fluss. Hier gab es auch kein außen herum paddeln, es halft nichts. Also zogen wir das Kanu wieder aus dem Wasser, schleiften es einmal um den Baum herum und schoben es wieder ins Wasser. Offensichtlich lag der Baum auch schon etwas länger da, denn von den vielen Kanus die hier ins Wasser geschoben worden hatte sich schon eine richtige Rinne im Boden gebildet.

Nach dieser kleinen Interlude erreichten wir dann auch bald die Steinbrücke, die den Ausstieg aus unserer Tour markierte. Kurz überlegten wir, ob wir nicht doch noch ein Stück den Fluss herunter paddeln sollten und danach wieder hoch, entschieden uns dann aber doch dagegen. Immerhin mussten wir irgendwie auch noch zurück nach Meisenheim kommen und wollten dort noch ein wenig die Stadt erkunden bevor wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machten.

Den Kanadier zogen wir aus dem Wasser informierten dann den Kanuverleih, dass wir das Boot abgelegt hatten. Dann machten wir uns auf den Weg nach Meisenheim. Da die Busse nur relativ selten fuhren, entschieden wir, einfach zu Fuß zu gehen, da wir nur etwa 5km von unserem Startpunkt entfernt waren. Der Fußweg führt entlang einer stillgelegten Bahnstrecke, die heute von Draisinen genutzt wird. Unterwegs beobachteten wir die vielen verschiedenen vorbeirollenden Gefährte und die Leute schienen sehr viel Spaß zu haben. Draisine fahren haben wir entsprechend auch mal auf unsere To-Do Liste gesetzt.

Meisenheim

In Meisenheim angekommen gönnten wir uns zuerst eine kurze Pause mit Kaffee und Kuchen im Café "Meistentörtchen". Sehr leckere Kuchen, können wir auf jeden Fall weiterempfehlen! Nachdem wir unser Zuckerbedürfnis gestillt hatten machten wir uns dann auf zur Entdeckungstour durch Meisenheim. Hilfreich dazu ist ein kostenloser Flyer, der unter anderem an der Touristeninfo in Meisenheim ausliegt. Darin ist ein kleiner Stadtplan enthalten, in dem die bekanntesten historischen Gebäude aufgelistet und beschrieben sind. Man kann aber auch einfach auf eigene Faust losziehe, denn an den Häusern sind die Infos auch auf kleinen Schildern abgedruckt.

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